Unsere Loge im Besonderen
Das Logenhaus
Ein Haus, das eigens für die Freimaurerei gebaut wurde, 1902 und 1903, hoch über der Förde.
Über der Stadt, malerisch am Hang der Förde, steht unser Flensburger Logenhaus. Es ist zweifellos eines der schönsten Häuser der Stadt, und es wurde für einen schönen Zweck gebaut: Zur Versammlung interessierter und engagierter Männer aus verschiedenen Berufen und mit verschiedenen Ansichten, aber einem gemeinsamen Ziel.
Baugeschichte
Das Haus entstand 1902 und 1903 auf Betreiben unserer 1868 gestifteten Loge, die noch heute in diesen Räumen arbeitet. Es war von vornherein als Freimaurerloge konzipiert und gab damals rund 250 Brüdern in seiner bis heute erhaltenen Form eine Heimat.
Architekt und Baumeister war der Logenbruder Magnus Schlichting aus Neumünster, kein sklavischer Anhänger einer bestimmten Richtung, sondern, wie manche seiner Bauten bezeugen, ein selbstständig schaffender Künstler auf seinem Gebiet. Im Äußeren ist die Architektur einem griechischen Tempelbau nachempfunden, ausgeführt als Putzbau.
„Für das Haus nur das Beste“ hieß seinerzeit der Wahlspruch. Entsprechend wichen Voranschlag und tatsächliche Baukosten stark voneinander ab: Statt der geplanten 80.000 Mark wurden es reichlich 120.000 Mark.
Der Grundstein
Die Grundsteinlegung fand am Johannistag des Jahres 1902 statt. Feierlich eingemauert wurde ein Glasbehälter, der zweifellos noch heute im Grundstein liegt. Er enthielt die Urkunde der Grundsteinlegung, fünf Pläne des neuen Logenhauses, je ein Mitgliederverzeichnis der damals hier arbeitenden zwei Logen, eine geschichtliche Abhandlung über die Logengeschichte in Flensburg, die Satzungen und Lokalstatuten, eine Anzahl damals gültiger Münzen und die aktuellen Tageszeitungen. An der anschließenden Festtafel auf „Bellevue“ nahmen zahllose Gäste aus Flensburg und allen Himmelsrichtungen teil.
Die Räume
Die ursprüngliche Aufteilung ist zum großen Teil bis heute erhalten. Im Kellergeschoss lag die Wohnung des Hausmeisterehepaares mit Küche und Anrichteräumen. Im Erdgeschoss befinden sich die Arbeitsräume der Logen, Tempel genannt; sie sind nur den Brüdern Freimaurern zugänglich und bleiben der Öffentlichkeit verschlossen.
Im Obergeschoss liegen die Gesellschafts- und Festräume: Großer und kleiner Saal nebst Garderobe und Küche.
Der große Festsaal
Glanzpunkt des Baus ist der Festsaal an der Vorderseite des Obergeschosses. Durch seine drei großen Bogenfenster bietet er eine unvergleichlich schöne Aussicht über die Förde und die gegenüberliegenden Höhen der Stadt.
Das Treppenhausfenster
Ein besonderes Schmuckstück ist das große Treppenhausfenster: Eine bleiverglaste Handarbeit mit überwiegend originaler Glasmalerei, 1903 von einem Quedlinburger Handwerksbetrieb hergestellt und vor einigen Jahren restauriert. Bei der großen Munitionsexplosion im Flensburger Hafen 1945 fiel es aus dem Rahmen. Es überstand die Zeit bis zur Restaurierung wenig beschädigt auf dem Dachboden des Hauses.
Denkmalschutz und Förderverein
Das Haus steht heute unter Denkmalschutz. Unterhalt und Sanierung sind entsprechend teuer. Vor einigen Jahren wurde deshalb ein Förderverein der Freunde des Flensburger Logenhauses gegründet, dem jede Bürgerin und jeder Bürger beitreten kann, ob Freimaurer oder nicht. Der Jahresbeitrag von 24 Euro trägt zum Erhalt des Hauses bei.
Außerdem stellt die Hausverwaltung die repräsentativen Gesellschaftsräume tageweise gegen Miete zur Verfügung, etwa für Hochzeiten, Jubiläen und Firmenveranstaltungen. Häufig finden im Haus auch kulturelle Veranstaltungen für eine interessierte Öffentlichkeit statt.
Räume mieten oder den Förderverein unterstützen?
Beides läuft nicht über die Loge, sondern über die Hausverwaltung: logenhaus-flensburg.de